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Personalmarketing

Ähnlich wie beim bekann­ten Absatz­mar­ke­ting geht es im Per­so­nal­mar­ke­ting darum, die Attrak­ti­vität von Arbeitsplätzen bei einem bestimm­ten Arbeit­ge­ber für Mit­ar­bei­ter sicht­bar zu machen. Nur lang­fris­tige Arbeits­ver­hält­nisse in einem posi­ti­ven Betriebs­klima haben für Betriebe ei­nen ech­ten Nut­zen. Wie bei einem guten Absatz­mar­ke­ting steht im Per­so­nal­mar­ke­ting daher der lang­fris­tige Erfolg an ers­ter Stelle.

Wie im Buch bereits beschrie­ben, muss ein erfolg­rei­ches Per­so­nal­mar­ke­ting zuerst im Unter­neh­men anset­zen und lang­fris­tig für Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit sor­gen.

Zufriedenheit, Enga­ge­ment und Moti­va­tion

Mitarbeiterzufriedenheit ist eine wich­tige Vor­aus­set­zung für Loya­lität, Enga­ge­ment und Moti­va­tion und das beste Mit­tel gegen hohe Fluk­tua­tion und Fehl­zei­ten.

Der kau­sale Zusam­men­hang zwi­schen Mit­ar­bei­ter­zu­frie­den­heit und Unter­neh­mens­er­folg ist nicht nur ein­leuch­tend, er wurde auch durch zahl­rei­che Stu­dien bestätigt.

Gründe für Zufrie­den­heit

Bei den oben genann­ten Befra­gun­gen gaben Kun­den und Mit­ar­bei­ter ähn­liche Fak­to­ren für Zufrie­den­heit an. Neben einer posi­ti­ven Atmo­s­phäre und Freund­lich­keit wur­den etwa auch das Betriebs­klima und die Räum­lich­keiten als aus­schlag­ge­bend genannt. Die Ent­loh­nung wurde erst an einer der hin­te­ren Stel­len für die Zufrie­den­heit ver­ant­wort­lich gemacht. Die Bezah­lung ist also nicht haupt­sächlich ver­ant­wort­lich für die Zufrie­den­heit der Mit­ar­bei­ter. Soziale Bezie­hun­gen am Arbeits­platz ste­hen dage­gen ganz klar im Vor­der­grund. Dies können die Bezie­hun­gen zwi­schen Kol­le­gen, zwi­schen Mit­ar­bei­tern und Vor­ge­setz­ten und auch zwi­schen Mit­ar­bei­tern und Kun­den sein.

Fairness und koope­ra­ti­ves Ver­hal­ten

Eine beson­ders wert­volle Form von Mit­ar­bei­te­ren­ga­ge­ment ist das frei­wil­lige koope­ra­tive Ver­hal­ten, dass von Vor­ge­setz­ten nicht ange­mahnt oder erzwun­gen wer­den kann. Es äußert sich in Form von unei­gennützigem Han­deln in Situa­tio­nen, die nicht auf dem Dienst­plan ste­hen und doch sehr posi­tive Wir­kung zei­gen können. Dies ist z. B. das Auf­merk­sam machen auf Feh­ler, der Aus­tausch von Infor­ma­tio­nen, Schlich­ten von Kon­flik­ten, die Unter­stützung von neuen Mit­ar­bei­tern, all­ge­meine Auf­merk­sam­keit und selbständige Über­nahme von Ver­ant­wor­tung. Im Gegen­zug ist es durch­aus möglich durch unko­ope­ra­ti­ves Ver­hal­ten zu scha­den, ohne dafür belangt wer­den zu können (Dienst nach Vor­schrift). Kooperatives Ver­hal­ten kann sich in Unter­neh­men äußerst posi­tiv aus­wir­ken, die Effek­ti­vität erhöhen, zu Ver­bes­se­run­gen führen und darüber hin­aus auch das Image ver­bes­sern. Kooperatives Ver­hal­ten zeigt sich ver­stärkt in Unter­neh­men, in denen Mit­ar­bei­ter zufrie­den, moti­viert und enga­giert sind und sich fair behan­delt fühlen.

Mitarbeiterförderung

Die gezielte För­derung von fähigen Mit­ar­bei­tern kann für beide Sei­ten sehr inter­essant sein. Durch indi­vi­du­elle leis­tungs­ori­en­tierte Bezah­lung oder sons­tige betrieb­li­che Leis­tun­gen können Moti­va­tion und Fir­men­nut­zen gestei­gert wer­den. Auch eine per­sönliche ver­bind­li­che Ent­wick­lungs­pla­nung kann Mit­ar­bei­ter moti­vie­ren, sich über­durch­schnittlich zu enga­gie­ren. Die Benen­nung von Exper­ten oder Senior-Experten kann für fach­lich sehr gute Mit­ar­bei­ter eine her­vor­ra­gende Mög­lichkeit zur Beför­derung sein, ohne gleich Führungs­ver­antwortung übernehmen zu müssen. Jede Form von ehr­li­cher Aner­ken­nung wirkt sich moti­vie­rend aus.

Unzufriedenheit und Resi­gna­tion

Arbeitszufriedenheit ist rela­tiv zu sehen, sie hängt stark von Erwar­tun­gen und Erfah­run­gen ab. Die indi­vi­du­el­len Erwar­tun­gen und eige­nen Mög­lich­keiten wer­den ver­gli­chen mit den tatsäch­lichen Bedin­gun­gen bzw. mit dem, was poten­ti­ell möglich erscheint. Dabei spie­len auch Erfah­run­gen aus früheren Beschäf­ti­gungen eine Rolle sowie auch Arbeits­be­din­gun­gen von denen man z. B. von Freun­den oder aus den Medien erfährt. Fühlen sich Mit­ar­bei­ter in die­sem Zusam­men­hang unge­recht behan­delt oder falsch ein­ge­setzt, ist die Unzu­frie­den­heit vor­pro­gram­miert.

Mitarbeiter können auch ober­flächlich ei­nen rela­tiv zufrie­de­nen Ein­druck machen, tatsächlich aber auf­grund von jah­re­lan­ger Unzu­frie­den­heit die mensch­li­che Fähigkeit zur Anpas­sung voll aus­ge­schöpft haben und schließ­lich mit gerin­ger Erwar­tungs­hal­tung in einem Zustand der Resi­gna­tion ihre Arbeits­zeit absit­zen. Wird diese „resignative Arbeitszufriedenheit” nicht erkannt und besei­tigt, geht dem Unter­neh­men auch die Chance ver­lo­ren, die Ursa­chen für diese Poten­ti­al­ver­schwen­dung abzu­stel­len.

Motivation in deut­schen Unter­neh­men

Betriebliche Abläufe und auch die Durchführung von Auf­ga­ben in Bezug auf Qua­lität und Quan­tität sind stark von mensch­li­chen Fak­to­ren abhängig. Engagement und Moti­va­tion spie­len in die­sem Zusam­men­hang zwei­fel­los eine große Rolle. Mit Enga­ge­ment und Moti­va­tion sieht es aber lei­der nicht gut aus in deut­schen Unter­neh­men und hier gilt es, den Hebel anzu­set­zen.

Laut einer Stu­die der Gal­lup Unter­neh­mens­be­ra­tung hat die über­wiegende Mehr­heit der Arbeit­neh­me­rIn­nen kein Pflicht­gefühl gegenüber ihrer Arbeit und macht ledig­lich Dienst nach Vor­schrift. Emotionale Bin­dung gegenüber dem Arbeit­ge­ber emp­fin­den nur 13 Pro­zent der deut­schen Arbeit­neh­mer, im inter­na­tio­na­len Ver­gleich kom­men hier die USA auf immer­hin 29 Pro­zent.

Emotionale Bin­dung und Moti­va­tion stei­gert nicht nur direkt Pro­duk­ti­vität und Inno­va­ti­ons­kraft, sie erhöhen auch die Mund zu Mund Pro­pa­ganda von loy­alen Mit­ar­bei­tern und die wirkt sich sehr posi­tiv auf Unter­neh­men aus.

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