Downloads (PDF)
Gesprächskompetenz
Unsere Wahrnehmung jeder Situation, auch die eines Gesprächs, ist subjektiv. Wir nehmen den größten Teil an Informationen unbewusst war. Dieses Unbewusste kann zu massiven Beobachtungs- und Beurteilungsfehlern führen. Diese Fehler lassen sich am besten vermeiden, wenn wir uns automatisch ablaufende Prozesse vergegenwärtigen.
Fehlerquellen sind z. B. die Macht des ersten Eindrucks, sich scheinbar von selbst bestätigende Vorurteile oder der Schluss von einem vorhandenen Merkmal auf andere positive Eigenschaften, die nicht überprüft wurden.
Die eigene Stimmung und die Umgebung bei der Bewertung eines Kandidaten darf nicht unterschätzt werden. Haben Sie mehrere Bewerber an einem Tag eingeladen, dann bedenken Sie, dass die Reihenfolge Ihre Wahl verzerren kann. Diesen Effekten kann man mit gezielten Strategien vorbeugen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist unsere Körpersprache. Für Ihre Deutung ist der Gesamteindruck entscheidend. Sie sollten erst dann Schlüsse ziehen, wenn mehrere Signale in eine Richtung gehen.
Aktiv Zuhören
Für Sie wichtige und wertvolle Informationen erlangen Sie durch aktives Zuhören. Dabei ist es wichtig sich auf 2 Ebenen wahrzunehmen. Die erste Ebene richtet sich auf den tatsächlichen Inhalt des Gesagten aus. Die zweite Ebene nimmt die dabei geäußerten Gefühle des Gegenübers ins Blickfeld. Beim aktiven Zuhören versetzen Sie sich einen Moment in die Sicht Ihres Gesprächspartners.
Gesten wie Nicken und Blickkontakt dienen dem Zuhören. Während des Gesprächs ist eine offene, entspannte Körperhaltung gewinnbringend. Wiederholungen mit eigenen Worten und daraus resultierende Fragen fördern die offene Gesprächsatmosphäre.
Wer fragt, der führt das Gespräch. Ein ganzheitliches Bild erhalten Sie, wenn Sie Ihrem Gesprächspartner Fragen zu Situationen, Verhalten, Denken, Fühlen und Ergebnissen stellen. Erst Stärken, dann Schwächen Ihres Gegenübers erfragen, gibt ihm Sicherheit.
Nicht jede Frage ist auch zulässig. An dieser Stelle sei wieder auf das Gesetz zur Allgemeinen Gleichbehandlung verwiesen. Gestellt werden dürfen alle Fragen, die der Prüfung dienen, ob der Kandidat die gestellten Anforderungen erfüllt.

Buchkapitel